Über Motivation, Beilaunehalten und Marketing

Neues Jahr, neue Vorsätze. Das große Problem der Mitgliedergewinnung vereinfacht sich durch die Vorsätze der potentiellen Neumitglieder. Doch wie gewinnen wir diese, wie halten wir diese?

Zunächst einmal, sollten wir uns verdeutlichen, warum man ein Ehrenamt ausübt. So stellen wir uns einmal die Frage: „Warum machen wir das eigentlich?“ Die Antwort darauf, stellt unsere eigene Motivation darf, doch können wir Gruppen kurz beschreiben, welche Motivation in der Regel dahinter steckt.

Man unterscheidet zwischen den selbstlosen Motiven, die jemanden dazu antreibt, etwas uneigennütziges zu tun. Die Grundlage hierfür liegen in der Erziehung und der Gesellschaft. Auch die Religion des Helfers spielt bei diesen Motiven eine Rolle. Als nächstes wären die egoistischen Motive zu nennen, unter welche die meisten Gründe fallen. Dabei geht es oft um die eigene Erfüllung. Der Helfer möchte eine innere Leere ausfüllen, die im Alltag entsteht. Dies ist oftmals der Grund für nicht erwerbstätige Personen, wie Schüler, Studenten, Arbeitslose, Hausfrauen oder Rentner. Auch um Sozialkontakte zu knüpfen, werden die Aufgaben als erfüllend erfunden, für die sich der volle Einsatz lohnt.

Ebenfalls zu den egoistischen Motiven zählt die persönliche Weiterentwicklung. Dabei möchte der Helfer seine eigenen Fähigkeiten entdecken, entwickeln, ausbilden oder sich selbst verbessern. Auch als Vorbereitung auf einen späteren Beruf ist ehrenamtliches Engagement beliebt.

Zuletzt sind hier Spaß und Abenteuerlust zu nennen. Der Helfer kann Dinge tun, die er im Alltag nicht tun kann oder darf. Häufig ist dies im Bereich der Feuerwehr, Rettungsdienst oder Sanitätsdienst anzutreffen. Es ist eine Art Kick, der durch die Adrenalinausschüttung als Reaktion auf positiven Stress (Eustress) ausgelöst wird. Jeder wird sich an seine erste Sonderrechtsfahrt erinnern, wo man selbst als Beifahrer den Kick merkt.

Doch wie lassen sich aus dieser Erkenntnis Helfer bei Laune halten?

Zunächst einmal, soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Helfer zwar die „Rohstoffquelle“ der Hilfsorganisation sind, aber die unterschiedlichen Charakter ebenso berücksichtigt werden müssen als auch die Werte der Gemeinschaft.

Grundsätzlich sind zuerst die Bedürfnisse der einzelnen Helfer zu ermitteln. „Die Bedürfnisse vieler überwiegen die Bedürfnisse weniger, oder eines Einzelnen“, sagte Leonard Nimoy in seiner Rolle als Mr. Spock, als er sich selbstlos in den verstrahlten Reaktor der Enterprise begab, um den Warp-Antrieb und somit das Schiff vor der Vernichtung zu retten. Dies ist aber nur ein Teil der Wahrheit, denn hier war die einzige Alternative zu seinem Handeln der Tod aller auf dem Schiff. Im Ehrenamt, speziell in der Gesellschaft, ist das Bedürfnis einzelner genauso wichtig wie das Bedürfnis vieler. Denn mit dem Verschwinden eines Mitgliedes bleibt in den Gruppen eine Rolle meist unausgefüllt, und die Gruppe muss sich neu sortieren. Gerade wenn dies besonders aktive Mitglieder sind, die irgendwann aus Frust ihre Mithilfe aufgeben, fehlt ein noch größeres Stück, das die übrigen Helfer demotiviert.

Da wir Spaß und Abenteuer als einen wichtigen Grund für die Hilfsbereitschaft ausgemacht haben, sollte es uns besonders wichtig sein, genau dieses zu erfüllen. Dabei dürfen wir kreativ sein. Um die Gemeinschaft zu stärken, sollten hier öfters Aktionen außerhalb der Reihe erfolgen. Sei es, dass man ein-Tages-Ausflüge macht, aber auch z.B. als Dankeschön eine kleinere Wochenendreise macht. Diese lässts sich auch gut kombinieren, sodass zum einen Fortbildungen stattfinden, zum anderen man als Gruppe eine neue Umgebung als Touristen erkunden kann. Fortbildungen an anderen Orten als der eigenen Unterkunft können auch die Aufmerksamkeit erhöhen. Schulungsräume findet man sicherlich Organisationsintern bei anderen Gliederungen.

Wie können neue Helfer gewonnen werden?

Begonnen bei den ersten Interessen für ein Ehrenamt, sollten dem „Neuling“ jede Information bereitstehen, die er für seine Entscheidung benötigt. Es bringt nichts, demjenigen mit falschen Versprechungen das Ehrenamt aufzuschwatzen, sonst sind nach kostenintensiven Lehrgängen viele schnell wieder von der Bildfläche verschwunden. Dabei empfiehlt sich auch die Begleitung in der ersten Zeit durch einen erfahrenen Helfer.

Ganz gleich, welche Motive hinter dem Wunsch, ein Ehrenamt auszuüben steht, sollten diese niemals hinterfragt oder angezweifelt werden, denn bei Misstrauen fühlt der Helfer sich schnell nicht ernst genommen und entwickelt eine Frustration. Eher sollte der Helfer früh eingebunden werden, die Strukturen kennenlernen, seine eigenen Fähigkeiten entdecken können. Da nicht alle Menschen gleich sind (zum Glück), hat auch jeder andere Fähigkeiten, die er oder sie einbringen kann.

Weiter sollte Ziel sein, den Helfern den Zugang zu Weiterbildungen zu ermöglichen. Auch Lehrgänge, die für die aktuellen Tätigkeitsbereiche nicht besonders hilfreich sind, können dem Helfer neue Motivation geben und auch in fachübergreifenden Tätigkeiten helfen, diese besser zu bewältigen. Nach den Lehrgängen gibt es nur eines: Training, training, training.

Die Mitgliedergewinnung ist streng genommen nicht von einem Marketing einer Firma zu unterscheiden: Zielgruppe finden, Bedürfnisse erkennen, diese befriedigen. Zwar fließt kein Geld, aber ein Produkt namens Hilfsbereitschaft. Für dieses wird lediglich Zeit eingetauscht. Da die Helfer eine gewisse Zeit benötigen, um eigenverantwortlich eingesetzt zu werden, ist ein kontinuierliches Marketing wichtig. Je bekannter die Marke „Hilfsorganisation xy“ ist, desto einfacher ist es, sowohl Helfer für Projekte zu finden, als auch Spenden zu sammeln.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.