Schnell und richtig RR messen

 

Sicherlich ist die Handhabung der Blutdruckmanschette recht kompliziert am Anfang, sodass man Übung benötigt. In welcher Hand halte ich wie welches Teil, wie herum muss die Manschette, wie messe ich genau? Damit das Auftreten kompetent wirkt, und nicht bereits bei der Blutdruckmessung Unsicherheiten aufkommen, sollte dies regelmäßig geübt werden.

Anhand dieses Leitfadens wird erklärt, worauf es bei der Blutdruckmessung ankommt. Auch einige typische Fehlerquellen werden genannt.

 

Zunächst einmal beginnt es damit, dass die Manschette um den Arm gelegt wird. Dabei sind bei den meisten Manschetten Markierungen angebracht. Anhand dieser wird die Manschette um den Arm gelegt. Hierbei ist darauf zu achten, dass möglichst keine Kleidung unter der Manschette ist, da diese den Messwert deutlich verfälschen kann. Sollte es nicht anders möglich sein, sollte die Kleidung in einer einheitlichen Dicke den Arm umschließen. Dazu sollte der Ärmel nicht hochgeschoben werden, und Falten glattgezogen werden. Wenn eine Falte gelegt werden muss, sollte diese sich möglichst auf der außenliegenden Seite des Arms befinden, dass diese die Messung möglichst wenig stört.

 

Nun wird das Ventil zugedreht und die Manschette aufgepumpt. Dabei kann man bereits das Stethoskop unter die Manschette legen, falls man dies machen möchte. Grundlegend sollte die Membran des Stethoskops in die Ellenbeuge gelegt werden. Um die Manschette aufzupumpen, wird nun der Radialispuls (am Handgelenk) gesucht. Dieser dient als Anhaltspunkt: DIe Manschette wird soweit aufgepumpt, bis der Radialispuls verschwindet, plus etwas mehr. Über das Stethoskop wird sich das Geräusch direkt nach dem Öffnen des Ventils ändern, woran sich die Ohren erst kurzzeitig gewöhnen und neu orientieren müssen.

Nun legt man sich das Stethoskop in die Ohren und öffnet langsam und vorsichtig das Ventil, dass es möglichst keinen plötzlichen schnellen Druckabfall gibt. Nun horcht man den Tönen: Sobald man das “klopfen” hört, hat man den systolischen Blutdruck gefunden, sobald das “klopfen” aufhört, den diastolischen. Bei einer ersten Blutdruckmessung sollten stets beide Werte gemessen werden. Im Verlauf kann man bei der Kontrolle auf den diastolischen oftmals verzichten.

Wie messe ich schnell nur den systolischen Druck? Dazu verwendet man nur die Manschette ohne Stethoskop: Man pumpt soweit auf, bis der Radialispuls verschwindet. Beim ablassen wird darauf geachtet, ab wann man diesen wieder fühlt. Dies ist der systolische Wert.

Wie erklärt sich das auftreten und verschwinden des “klopfens”? Die sogenannten Korotkov-Töne sind Verwirbelungsgeräusche des Blutes. Bei einer über die Systole aufgepumpten Manschette wird die Arterie komplett abgedrückt. Bei einem Druck zwischen Systole und Diastole kommt nur dann Blut durch den komprimierten Bereich, wenn der Druck höher ist. Dieser ist nur in der Diastole da. Bei einem Druck unterhalb der Diastole ist die Arterie auch in der Diastole wieder offen und so verschwinden die Korotkov-Geräusche.

Die Annahme, dass man die Systole auf dem Manometer sieht, sobald der Zeiger ausschlägt, führt oftmals dazu, dass ein falscher Wert angenommen wird. Bei kleinsten Eigenbewegungen des Patienten können schon diese Ausschläge fälschlicherweise erkannt werden.

Bei welchen Patienten messe ich den Blutdruck? Grundsätzlich sollte zu Erhebung der Kreislaufstabilität bei jedem Patienten zumindest Blutdruck und Puls gemessen werden. Diese beiden Parameter geben Aufschluss über den aktuellen Status des Patienten. Kleinere Abweichungen können schon mit Aufregung erklärt werden, aber starke Abweichungen sind Zeichen eines Generellen Problems, das abklärungswürdig ist und bei der Übergabe an den Behandlungsnachfolger erwähnt werden muss.

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