Rückkehr der Alarmsirenen in Osnabrück

Da die meisten Autoren und Leser unserer Seite aus Osnabrück stammen, möchten wir Euch heute über einen aktuellen Beschluss des Osnabrücker Rates berichten.

Am Dienstagabend vergangener Woche wurde in Osnabrück mit großer Mehrheit beschlossen, 15 neue Sirenen anzuschaffen, damit alle Bürger von Warnsignalen erreicht werden. Denn den Kommunen obliegt laut dem Niedersächsischen Katastrophenschutzgesetz die Warnung der Bevölkerung in Katastrophenfällen, wie beispielsweise Hochwasser oder größeren Bränden.

Nachdem alle Sirenen – immerhin 99 Stück für das Stadtgebiet – im Jahr 1993 flächendeckend abgebaut wurden, erleben diese nun ein Comeback. Damals liefen Verträge aus, die Technik war veraltet und der Bund entschied sich, die Bevölkerung auf anderen Wegen zu warnen. Letztlich blieben lediglich zwei solitäre Sirenen in Osnabrück, die zur Alarmierung der örtlichen Freiwilligen Feuerwehren dienen.

Die Notwendigkeit der Sirenen ergebe sich daraus, dass nicht alle Bürger über die Smartphone-Warn-App NINA oder ähnliche Apps verfügen und deshalb im Katastrophenfall längst nicht alle Bewohner erreicht würden. Zudem sei das Mobilfunknetz in Katastrophenfällen nicht zuverlässig.

Nachdem die Stadt nun 20 Jahre ohne flächendeckendes Warnsystem war, soll sich dies nach der Ansicht der Verwaltung nun schnell ändern: In einer Beschlussvorlage für den Osnabrücker Stadtrat sind Investitionen von 300.000 Euro für die Anschaffung und Installation von 14 Sirenen vorgesehen. Die Anlagen sollen auf Schuldächern, also städtischen Gebäuden errichtet werden und durch ihre Anordnung im Stadtgebiet bis auf wenige Ausnahmen alle Bürger akkustisch erreichen können.

Allenfalls als Ergänzung sieht die Verwaltung den Einsatz von Smartphone-Warn-Apps wie „Katwarn“, das vom Landkreis Osnabrück genutzt wird. Lediglich rund zehn Prozent der Bevölkerung würden im Ernstfall mittels eines solchen Systems erreicht werden – viel zu wenig für eine flächendeckende Alarmierung. Durch die geringere Technik-Affinität würden vor allem ältere Personen von der Warnung ausgeschlossen werden. Nicht zuletzt sei eine Alarmierung auch abhängig von der Stabilität des Mobilfunknetzes. Durch die gravierenden Auswirkungen von Naturkatastrophen sei es jedoch nicht unwahrscheinlich, dass Warnungen gerade dann abgegeben werden müssen, wenn das Mobilfunknetz nicht verfügbar ist.

Aufgabe der Stadt ist es nun aber zunächst, die Bürger über die Sirenen und die Bedeutung derer zu informieren. Dies soll durch eine umfassende Info-Kampagne erfolgen.

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