Realer Einsatz oder Übung, ist das nicht eigentlich egal?!

Nicht jeder in einer SEG kann zu jedem Einsatz mitfahren, liegt es an der Qualifikation oder der Zeit, die dagegenspricht. Dazu muss es natürlich noch Einsätze geben zu denen man fahren kann. Je nach Größe der Stadt, der Gefahrenlage mit einer Autobahn oder einer Zugstrecke oder auch einem großen Stadion ist Wahrscheinlichkeit auch größer. Einsätze wie Bombenräumungen stehen ja auch nicht überall jeden Monat an. Allerdings steht dann mal wieder ein Einsatz oder eine Einsatzübung an und heute geht es um diese und mit ihnen verbundene wichtige Dinge, die man bei beiden Arten beachten sollte. Zuerst aber noch die Antwort zur Überschrift, denn meiner Meinung nach ist dort kein Unterschied, wenn es bei der Übung um eine gut geplante und mit Darstellern durchgeführte Lage ist. Die Chance ein Busunglück oder eine andere Situation zu haben, bei der man selbst schauen kann wie man reagiert und wie die Zusammenarbeit funktioniert ist nicht immer gegeben. Dazu ein kleiner Appell, dass man sich auch wie im Einsatz verhält und so tut als ob es real wäre. Hier geht es um Menschen und nicht um Puppen und das wichtigste ist, dass man sich gut um sie kümmert. Dazu zählen allgemein die Betretung und die Versorgung der Verletzungen oder das Beseitigen von anderen Problemen. Fotos machen, zu Gaffern werden oder die Patienten (nicht gehfähig) dumm aufzufordern doch rüber zum Behandlungsplatz zu laufen, weil man ja nicht verletzt ist, bringt keinem etwas. Also nehmt jede Übung wie einen Einsatz ernst um die Mühe der Planenden zu schätzen, aber auch die Vorteile einer Übung zu nutzen.

Meistens sind es ja Übungen bei denen die Kollegen der Feuerwehr mit dabei sind. Diese Zusammenarbeit zu üben ist sehr nötig um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Beispielsweise sind unsere Patienten zunehmend nicht der Werbung entsprechend und der Wunschmaße 90-60-90 ausgestattet. Aus einem Bett diese Person zu retten man da noch funktionieren, aber zu zweite einen großen und schweren Patienten zu bergen ist schon sehr sportlich. Es ist nicht förderlich diese Person dann zu zweit über eine Kante zu zerren oder gegen eine gerissene Fensterscheibe mit Scherben zu lehnen. Die Feuerwehr ist meist mit mehreren Autos in großer Helferstärke vor Ort. Zu viert oder wenn es möglich ist zu 6 ist es für euch auch einfacher einen Verletzten zu bergen und diesen nicht weiter zu verletzten oder zu gefährden.

Sollte die Feuerwehr euch den Zutritt zu einem umgestürzten Bus einem abgestürzten Heli erlauben denkst trotzdem daran ein Helm zu tragen. Bei der Rettung ist es nicht hilfreich selbst sich den Hals an Scherben aufzuschlitzen. Auch bei einer Übung muss die PSA vollständig getragen werden um sich nicht zu verletzen. Angenehm bei 30 Grad ist es definitiv nicht, aber die Gesundheit und der Eigenschutz gehen ja nun mal vor und wir wollen ja keinen Schönheitswettbewerb gewinnen.

In dem Zusammenhang hilft es auch sich in den Patienten hineinzuversetzen. Dieser hat keine PSA oder etwas was ihm schützt. Ob real oder Übung gilt es den Wärmehaushalt der Person zu überwachen. Liegen wir irgendwo in der Gegend rum, kühlt der Körper aus und auch wenn die Person sagt es geht noch kann es sich in den nächsten Minuten ändern. Eine Einmaldecke oder selbst die schönen Rettungsdecken sind nicht schwer zu handeln und könne richtig helfen. Wenn ihr einen Helm tragt, ist euer Kopf und mit dem Visier auch euer Gesicht sehr gut geschützt. Der Patient hat nichts davon. Jedem Patienten deswegen einen Helm aufzusetzen ist natürlich nicht förderlich. Schon der Anzahl wegen aber auch der Hygiene her nicht machbar. Aber auch hier können einmal decken und dem Kopf helfen. Einmal der Wärmeschutz, aber auch Schutz gegen Scherben oder Kanten der näheren Umgebung. Wenn die Feuerwehr bei der technischen Rettung mit dabei ist, kann es vorkommen, dass mit Hämmern, Scheren oder Spreizten gearbeitet wird. Diese Geräte haben eine sehr große Kraft um Metall oder andere Materialien zu zerstören. Dabei ist das Material nicht so freundlich und zerbricht einfach. Meistens kommt es dann zu Splitterflug oder zu umherschnellenden abgeschnittenen Teilen. Davor sind die Helfer der Feuerwehr durch ihre Ausrüstung sehr gut geschützt. Auch eure PSA hilft da viel. Der Patient hingegen kann vielleicht noch die Augen schließen oder die Hand vors Gesicht reißen. Glas im Gesicht oder Metallsplitter im Mund sind definitiv gefährlich und gehören da nicht hin. Deswegen könnt ihr euch schützend vor die Personen stellen, hocken oder hinwerfen. Aber auch Decken als Splitterschutz oder den Rucksack aufstellen sind da extrem nötig. Wer selbst dagelegen hat, freut sich, wenn der Retter sich die Gedanken darübermacht.

Auch bei dem Transport hilft es meist, einmal selbst Patient zu sein. Klar es muss schnell gehen und oft kommen noch weitere Patienten, die ihr durch die Gegend schleppen müsst. Da ist es einfacher die Last auf mehrere Schultern zu verteilen die Tragen. Es ist vor allem auch sicherer für den Patienten, wenn 6 Leute um einem stehen und vielleicht über einen nicht ebenen weg dafür sorgen, dass man nicht runterfällt. Bei Spineboards oder auch beim Tragen sind die Sicherheitsgurte Pflicht. Sie halten den Patienten an der Trage und sie baumeln nicht umher, wo man womöglich drauftritt.

Zusammenfassend am Ende ist es wichtig sich zu merken, dass eine Übung immer den Ernstfall darstellt und euch die Chance gibt, Fehler zu entdecken oder sich gegenseitig zu helfen einfachere und bessere Methoden zu benutzen. Die Besprechung am Ende kann euch und jedem helfen es im Ernstfall richtig zu machen. Also ist eigentlich kein Unterschied zwischen Übung und dem Ernstfall, außer dass es nach der Übung oftmals gutes Essen gibt.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.