Karneval Sandienst – etwas zu tun aber wenig

An dem bekannten Samstag war bei uns der alljährliche Karnevalsumzug. Die Organisatoren sprechen immer von 40.00 Zuschauern am Zug, der auf einer abgesperrten Strecke durch die Innenstadt fährt. Bekanntlich und aus der Erfahrung der letzten Jahre sind genügend Helfer der HiOrgs aber auch vom THW für die Logistik und Strom sowie die Feuerwehr da. Die Absicherung des Zuges und die Aufsicht hat die Polizei. Im Vorfeld wurde darauf hingewiesen, dass die Polizei mit mehr Kräften vor Ort sein wird um den Zug abzusichern aufgrund von aktuellen Ereignissen in anderen Städten und um das lokale Problem der Ausschreitungen von Jugendlichen zu verhindern. Abweichend von den vergangenen Jahren war in diesem Jahr der BHP an einer anderen Örtlichkeit geplant.
Der Zugbeginn ist um 14:11, aber natürlich müssen wir den BHP mitaufbauen sodass unser Treffen und sammeln schon um 11 war. Zur vollständigen PSA gehört bei solchen Veranstaltungen auch der Helm, den manche von uns erst noch suchen mussten. Nachdem die Fahrzeuge besetzt waren, ging es los. Anscheinend waren dieses Jahr aber noch nicht alle über die Änderungen informiert. Das THW war als Erstes da und musste unglücklicherweise diverse Umstellungen von benötigten und bestellten Dingen vornehmen. Aus diesem Grund konnte der BHP mit einem Sichtungszelt und den üblichen grünen, gelben und roten Zelten erst später aufgebaut werden. Da kam es gelegen, dass keine Stangenzelte verwendet wurden, sondern luftdruckbetriebene Zelte. Des Weiteren hatten wir auch sehr viele Fahrzeuge zum Regeldienst im Einsatz. Diese wurden an strategisch wichtigen Punkten mit dem dazugehörigen ELWs ausgesandt. Zur Vorsorge und Aufarbeitung unterstützen Helfer der caritativen Einrichtung bzw. Jugendexperten unsere Reihen. Das typische Krankheitsbild worauf wir uns eigestellt hatten, waren Schnittverletzungen und Intoxikationen von Alkohol.
Am BHP selbst wurde der erste Patient noch während des Aufbaus gesichtet und im zugehörigen Zelt behandelt. Grundlage war eine Intoxikation und die „vergessenen“ Aufnahme von Nahrungsmitteln. Dementsprechend kam die Polizei nach der Erstversorgung vorbei zur Aufnahme des Falls vorbei.
Der Zug begann und wir hatten durch unsere Unterstützung von Schulsanitätern genügend Hände um auch im grünen Zelt jeden Patienten adäquat versorgen zu können. Beispielsweise bekam jede Intoxikation erst einen Test der Polizei zur Feststellung des Promillewertes. Danach konnten wir mit den Standardmethoden anfangen. Dazu gehörten für uns die Blutdruckontrolle sowie den Puls zu messen. Des Weiteren wurde der BZ gemessen und durch den Einsatz des Pulsoxys natürlich auch der Sauerstoffgehalt. Der Wert entspricht eigentlich nur der Belegung der roten Blutkörperchen, aber da wir an der frischen Luft waren, konnten wir davon ausgehen, dass es sich um Sauerstoff und nicht um Kohlenstoffmonoxid handelt. Mit Patientenahängekarten dokumentierten wir unsere Patienten mit den privaten Daten wurden die Vitalwerte und andere Informationen notiert. Durch Anamnese und verwenden des SAMPLE Schemas konnten wir eine Erstversorgung gut durchführen. Folgemaßnahmen wie u.a. eine angebrachte Lagerung und den Wärmeerhalt, wurden ebenfalls dokumentiert. Die Zelte wurden über die 10 Grad Außentemperatur natürlich aufgeheizt und bei den Patienten durch Decken verstärkt. Die oftmals durch Flaschensplitter hervorgerufene Wunden wurden optimal mit Kompressen und Verbänden versorgt. Für diese konnten wir auch auf die zahlreichen Hände zurückgreifen. Bei dringenden Fällen konnten wir bei den zuständigen Helfern KTWs zum Weitertransport in eine Klinik anfordern, dies war aber eher die Ausnahme. In ruhigen Zeiten konnten wir uns mit den notwendigen Getränken und Nahrungsmitteln aus unserem Versorgungswagen versorgen. Zusätzlich hatten wir unsere Versorgungstüten mit diversen leckeren Dingen, die einem mit zusätzlichen Energie gaben. Es gab auch Zeiten, in denen wir uns mit der Fortbildung und dem Bekanntmachen mit den diversen Geräten (BZ-Messgerät, RR Manschette o.ä.) beschäftigen konnten. So konnten die Schulsanitäter bei diversen Helfern die standardmäßigen Vitalwerte ermittelt und bewertet werden.
So verging die Zeit ziemlich schnell und im Zelt bekam man nicht somit, dass es schon dunkel wurde und der Zug schon länger vorbei war. Von der Einsatzleitung wurde dann entschieden den BHP aufzulösen. Das rote Zelt, welches schon im Laufe des Nachmittags abgebaut wurde, da keine schwierigen Fälle aufgelaufen sind und die Ressourcen ins gelben Zelt verlagert worden waren, war natürlich am schnellsten eingepackt. Der restliche Abbau der Zelte war ebenfalls ziemlich schnell erledigt. Die restlichen Patientenanhängekarten wurden an der zuständigen Stelle abgegeben und somit war der Großteil des Tages für die Helfer vom BHP gelaufen. Das THW und die Feuerwehr mit dem großen ELW begannen dann auch ihre Ausrüstung abzubauen und zu packen. Die anderen Fahrzeuge also die RTWs und KTWs waren noch bis circa 23 Uhr draußen, sind aber zu wenigen Fahrten gerufen worden.
So kann man zusammengefasst sagen, dass dieser Tag gemäßigt verlaufen ist. Wir Helfer konnten Patienten versorgen und die übrige Zeit produktiv nutzen um uns fortzubilden. So warten wir auf das nächste Großevent in der Stadt.

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