Erlebnisbericht vom letzten Sandienst

In letzter Zeit gab es zwar mehrere Sandienste, aber zeitlich passte das immer nicht hin. Nun gibt es heute mal wieder einen neuen Erlebnisbericht vom letzten und eigentlich ganz typischen Sandienst.

Es war eine Veranstaltung auf einem öffentlichen Gelände und so wurden mehrere Tausend Besucher erwartet. Bei solch einem Sandienst ist es schwierig zu sagen wie viele Einheiten genau benötigt werden und wie man diese verteilen und einsetzen kann. Hier wird eine Formel angewendet um den Bedarf zu bestimmen und außerdem gab es Auflagen vom Veranstalter, was gestellt werden muss. In diesem Fall wurde der Einsatz durch die Leitung im ELW geführt. Dazu wurde ein Versorgungszelt aufgebaut und erstmal auf vier Patienten ausgelegt. Bei Bedarf könnten wir bis zu 8 Patienten versorgen. Ergänzend um das ganze Gelände abzudecken standen ein RTW und ein KTW bereit. Die Wetterlage war im Vorfeld nicht klar, sodass mit sehr wechselhaften Wetter zwischen Gewitter und brennender Sonne gerechnet werden musste.

Pünktlich sind wir mit den schon genannten Fahrzeugen und dem GW-San sowie einem weiteren Mehrzweckfahrzeug zum Einsatzort gefahren. Zu dem Zeitpunkt war das Wetter definitiv nicht für den Zeltaufbau geeignet. Durch ein aufblasbares Zelt und Pavillons konnten relativ schnell regenfreie Zonen geschaffen werden. Je weiter der Aufbau und die Lagebesprechung voranschritt, wurde das Wetter auch besser. Da auf dem Gelände viele Gebäude stehen und andere Technik im Betrieb war, wurde der Funkkanal aus dem TMO Bereich ausgewählt. Zudem kam hinzu, dass sich die Antenne des ELW aufgrund der dortigen Begebenheiten nicht weit genug ausfahren ließ.

Zwei Fusstrupps mit BLS Ausstattung sollten Streifen durch das Gelände machen und dabei immer wieder Standort und Verständigung durchgeben.

Je besser das Wetter wurde, desto besser wurde auch die Anzahl der Besucher für den Veranstalter. Auch für uns gab es mehr zu tun, sei es die Pflasterstatistik weiter voran zu bringen, als auch den Nachwuchsrettern unser Zelt und die Fahrzeuge näher zu bringen. Den Großteil der Arbeit machte wieder einmal der Aufgabenteil aus, für den der Veranstalter eigentlich Karten und Personal gestellt hatte. Die üblichen Fragen zum Weg, Finden von Gebäuden oder auch den Weg zur Toilette mussten wir des Öfteren beschreiben.

Da es wärmer und sonniger wurde, führte das in den Gebäuden schnell zur schlechter Luft und wir bekamen unsere ersten richtigen Patienten. Oftmals wurde nicht ausreichend Nahrung zu sich genommen. Erst recht wurde zu wenig getrunken und dann störte oftmals das lange Anstehen der Gesundheit. In den Fluren und Aufgängen der Gebäude stauten sich zudem die Besucher, da die Gebäude dafür nicht ausgelegt waren.

Wir konnten den Patienten durch Anamnese, Vitalwerteermittlung mit Pulsoxy, BZ Messung und Blutdruckmessung einordnen und dabei mitprotokollieren. Durch Sofortmaßnahmen wie Betreuung, Lagerung und Flüssigkeitsgabe halfen wir den Patienten, dass diese sich wieder gut fühlten und alleine unser Zelt verlassen konnten. Besonders durch einen Patienten konnten wir uns neuere Medizintechnik zur BZ-Bestimmung live anschauen und mit unseren Messmethoden vergleichen. Also gab es eine interessante Fortbildung während der Behandlung. Große Einsätze oder besondere Fälle zur Diagnostik hatten wir eigentlich nicht. Einen Patienten übergaben wir dem RTW, da der Allgemeinzustand auch nach Ruhe und Lagerung nicht wirklich besser wurde. Dazu kamen ungenaue Symptome und zur Sicherheit wurde der Patient zur Vorstellung ins Klinikum gebracht.

Währenddessen konnten sich die anderen Helfer ihrerseits fortbilden. Sei es einerseits in dem checken der Ausrüstung, üben mit neuem Material, im ELW beim Funken unterstützen, bei der Dokumentation des Einsatzes helfen und sich bei den Veranstaltungen vor Ort beteiligen. Besonders erwähnenswert war die Lagekarte, die zur besseren Erkundung durch ein Gitternetz sehr große Ähnlichkeiten zum Bingospiel oder auch zum „Schiffe versenken“ aufwies. So konnte auch der Streifengang der Fusstrupps mit der Meldung des Standorts nicht nur in die Einsatzleitsoftware eingegeben werden, sondern trug auch zur Erheiterung der Helfer bei.

Gegen Ende der Veranstaltung wurde das Material wieder verstaut und so gut es ging vom Wasser und Schmutz befreit. Das übliche Problem an solchen Einsätzen ist es natürlich die Zelte und Planen in der Fahrzeughalle wieder trocken zu bekommen um für den nächsten Einsatz bereit zu sein.

Auch die PSA sollte nach dem Einsatz wieder trocken und sauber werden. Besonders die Stiefel sind bei dem Wetter wieder ein wenig umgestaltet worden.

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