Englisch im Rettungsdienst

Ausgangslage

Egal ob im Rettungsdienst, beim Sanitätswachdienst, im Urlaub im Ausland oder einfach so auf der Straße, jederzeit kann es zu dieser Situation kommen: Ein fremdsprachiger Patient!

Das sich daraus (möglicherweise) ergebende Kommunikationsproblem ist natürlich misslich: Einerseits kann man dem Patienten die zu treffenden Maßnahmen nicht adäquat erklären, andererseits ist eine sinnergebende Anamnese nahezu unmöglich.

Auch die Betreuung eines Patienten, der den Helfer nicht versteht, gestaltet sich schwierig, wenn auch hier natürlich die Möglichkeiten der nonverbalen Kommunikation weiter gehen, als bei der Anamneseerhebung oder der Erklärung von Maßnahmen.

Ein weiteres Problem stellt sich aus rechtlicher Sicht: Wie soll man einen behandlungsunwilligen Patienten ordnungsgemäß aufklären? Wie kann eine Einwilligung in eine Behandlungsmaßnahme erzielt werden? Das Konstrukt der mutmaßlichen Einwilligung kann hier zwar (notdürftig) Abhilfe schaffen, ist jedoch nicht der optimale Weg.

Englisch als Kommunikationsmittel

Ein möglicher Weg, das Kommunikationsproblem zu beheben ist der Rückgriff auf eine gemeinsame Sprache. Und welche Sprache wäre besser geeignet, als Englisch? Fast jeder mit deutscher Schulbildung beherrscht zumindest ein rudimentäres Englisch.

Um sich grob verständlich zu machen, reicht das Schulenglisch im Regelfall aus. Aber was ist mit Einsatzsituationen? Medizinische und Taktische Fachtermini gehören kaum zum Ausbildungsstandart an Schulen. Hier ist die Eigeninitiative des Helfers gefragt: Egal ob man sich mal ein Cluster mit Begriffen anlegt oder „Emergency Room“ im Original schaut, es kann nicht schaden, sich ein paar Grundbegriffe anzueignen u d ihre Verwendung zu üben. Natürlich sollte man natürlich nicht vergessen, die Grundlagen der Sprache zu wiederholen, schließlich bringen die schönsten Begriffe nichts, wenn man sie nicht im Satz unterbringen kann.

Mit ein bisschen Vorbereitung lässt sich jedenfalls ein gutes (Fach-) Sprachniveau erreichen, um auch im Einsatz auf Englisch kommunizieren zu können.

Probleme

Allerdings gibt es hier ein Problem: Englisch ist in der deutschen die am weitesten verbreitete Fremdsprache. Das gilt aber längst nicht für alle anderen Länder! Bei einem Patienten mit deutscher Schulbildung wird die Kommunikation im Regelfall kein Problem sein, das der Patient ja deutsch spricht. Jenseits dieser Gruppe ist Englisch aber nicht so weit verbreitet, wie gemeinhin angenommen. Nur ca. 1,5 Mrd. Menschen (also nur grob 20 % der Weltbevölkerung) sprechen Englisch!

Zwar ist die Chance, dass der Patient Englisch spricht, höher, als bei anderen Sprachen, dennoch besteht statistisch gesehen nur eine 20 %ige Chance.

Ergo: Ein Helfer kann noch so tolles Englisch sprechen, dass bedeutet aber noch lange nicht, dass der Patient das auch versteht!

Alternativen

Natürlich kann man sich im Fall des alles einen Dolmetscher organisieren lassen. Oder „einfach“ mehr Fremdsprachen lernen. Praktikabel ist aber beides eher nicht.

Ein einigermaßen gangbarer Weg, um zumindest notdürftig kommunizieren zu können sind Zeigewörterbücher. Hier wird eine Vielzahl von Piktogrammen abgedruckt, die eine Verständigung ermöglichen sollen. Solche Zeigewörterbücher sind auch für unterschiedliche Themenbereiche, wie auch die Medizin, erhältlich.

Eine recht einfache Möglichkeit bietet die „moderne Technik“: Mithilfe des Smartphones lässt sich fast von überall der google-Übersetzer aufrufen. Zwar scheitert hier die Übersetzung langer Phrasen regelmäßig, die Übersetzung einzelner Begriffe funktioniert jedoch im Regelfall sehr gut und kann die Verständigung erheblich erleichtern. Bei fremdspracheigen Analphabeten kann hier auch die Möglichkeit, die Übersetzung durch die Anwendung vorlesen lassen, gute Dienste leisten.

Und man kann sich natürlich im Internet ebenfalls passende Piktogramme suchen.

Fazit

Auf die besonderen Anforderungen bei der Versorgung eines fremdsprachigen Patienten sollte man sich angemessen vorbereiten. Ein passables Schulenglisch und die Kenntnis wichtiger medizinischer Vokabeln sind hier eine gute Grundlage.

Als Hilfsmittel kommen Zeigewörterbücher und Online-Übersetzer in Betracht.

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