digitaler (sicherer?) Einsatz

Es wird die 112 gewählt und so läuft ja schon die ganze Situation, die später ein Einsatz wird. Die Telefonanlage ist meistens heute schon digital und speichert die Nummer und die Zeit des Anrufes in der Leitstelle. Diese Daten werden dem aktiven Leitstellendisponenten in seiner Arbeitsmaske angezeigt. Am Telefon erfährt er weitere Daten auf die bekannten W-Fragen wie: Was ist passiert und wo ist es passiert. Mit den vorherigen Daten werden die neuen Informationen in einer Datenbank gespeichert. Der Disponent erstellt so einen vollständigen Einsatz und alarmiert in diesem Beispiel einen RTW. Die Besatzung wird informiert und meldet sich über den digitalen Funk im Auto, dass man auf dem Weg sei. Das digitale Navigationsgerät erkennt den Standort und leitet den RTW an das Ziel. Vielleicht gibt es einen erneuten Anruf sodass weitere Informationen im Einsatz bzw. in der Datenbank abgespeichert werden. Am Einsatzort bekommen die Sanis weitere Informationen zum Patienten und können diese plus Anamneseergebnisse dokumentieren. Heutzutage nehmen wir an, dass sie die Daten in den schon geöffneten Einsatz auf dem Tablet eingeben. Dazu folgen im RTW eine EKG Messung, wobei das Gerät die Daten schon drahtlos über Bluetooth an das Tablet weitergibt und dort speichert. Auf dem Weg bzw. bei der Wahl des Krankenhauses bekommt man in manchen Städten eine Auslastung dieser auf dem Tablet angezeigt. So kann man entscheiden zu welchem man fährt und meldet das dem Krankenhaus und der Leitstelle. Die Krankenkassenkarte wird ebenfalls in das Tab eingelesen damit die Informationen über den Patienten vollständig sind. Im Krankenhaus werden die ganzen Daten vom Tablet drahtlos an die Computerumgebung des Krankenhauses übermittelt. Da das Tablet auch mit dem Internet verbunden ist, werden die Daten an die Verwaltung des Hilfsdienstes zu Abrechnungszwecken übermittelt. Auf der Fahrt zurück zur Wache weist das Navi wieder den Weg und über Funk bzw. Statusgabe weiß die Leitstelle Bescheid und kann so einen neuen Auftrag disponieren.

Dieses Beispiel beschreibt meiner Meinung nach sehr anschaulich wie viele wichtige und auch personenbezogene und schützenswerte Daten bei einem Einsatz im Rettungsdienst oder im Sandienst anfallen können. Für viele mag es sehr digitalisiert sein, weil man noch Protokolle aus Papier benutzt und für andere noch nicht digital genug, denn die Handys der Sanitäter können noch einbezogen werden und das BZ Gerät kann auch per Bluetooth seine Daten an das Tablet schicken bzw. das Auto meldet gerade, dass ein weiterer Einsatz nicht gefahren werden kann, denn das Adblue Zeug ist leer und automatisch wird Status 6 gegeben.

Kommen wir jetzt einmal zum problematischen Teil dieses ganzen Artikels. Die digitalisierte Dokumentation wurde eingeführt um die Sanis und Beteiligten zu unterstützen. Beispielsweise durch drauf tippen und auswählen oder Autovervollständigung wird dem Helfer unnötige Schreibarbeit abgenommen, was die Effizienz steigern soll. Die Protokolle müssen nicht mehr mit der Post geschickt werden oder selbst transportiert werden, wo sie verloren gehen könnten, gesehen werden oder schlecht kopiert werden. Allerdings kann sowas auch bei der digitalen Version geschehen.

Leider gibt es immer wieder Meldungen, dass vertrauliche oder einsatzbezogene Informationen an die Öffentlichkeit kommen. Dies sind Ausnahmefälle bei denen Sanis sich nicht korrekt verhalten haben oder etwas zu viel Social Media betrieben haben. Dagegen kann man aber mit Aufklärung viel tun. Was ist aber wenn Menschen mit krimineller Energie dahinter versuchen an Daten zu kommen?

Heute sind fast alle Geräte miteinander vernetzt und wenn es nur der Klodeckel ist, der meldet, dass der letzte Besucher ihn nicht wieder runtergeklappt hat. Allerdings sind viele Geräte damals oder bei der Konstruktion nicht dafür geplant gewesen einen online Zugang zu erhalten. Eine Netzwerkverbindung zum Senden der Ergebnisse an den nächsten PC schon, aber es war nicht gedachte, dass das Krankenhausnetz mit dem Internet verbunden ist. Es gibt immer wieder Berichte in denen wichtige medizinische Geräte eines Krankenhauses wie MRT, Sonostation oder ein CT von außen aus dem Internet erreichbar waren. Das birgt natürlich immense Gefahren wie das Ausspionieren von Daten oder aber dem gefährlicheren Risiko, dass die Geräte manipuliert werden. Durch die Vernetzung von dem Krankenhausbereich mit dem Internet konnten Viren und Würmer auch schon ganze Krankenhäuser lahmlegen, da die Dateien verschlüsselt wurden und so die ganze IT ausgefallen ist. Genau das Problem bzw. die Möglichkeit hat jetzt die c’t LINK ZUM ARTIKEL bei einer App für den Rettungsdienst gefunden. Dabei wurde eine sehr gängige App zu Patienten- und Einsatzdokumentation getestet und dort war es der Hersteller, der nicht sauber gearbeitet hat und auf Verschlüsselung oder Sicherstellung der Anmeldeinformationen geachtet hat. Natürlich wurde da nachgebessert aber es zeigt, dass viele Hersteller sich nicht auf dem aktuellen Stand befinden was Sicherheit von medizinischen Geräten und deren Programmen angeht. Die eben genannten Beispiele sind natürlich nicht nur Sache und mögliche Schuld der Hersteller, denn auch die Anwender müssen sich beispielsweise gute Passwörter überlegen, die Programme und Geräte nur nach Bestimmungszweck benutzen, keine weiteren Apps wie Spiele o.ä. auf das Einsatztablet laden oder private und Patientendaten vermischen.

Fassen wir einmal zusammen. Besonders in dem Bereich der Medizin gibt es viele vertrauliche und schützenswerte Daten, die von uns allen auch geschützt werden sollten. Also besonders die Hersteller müssen hier zu legen, aber auch die Administratoren von Hilfsdiensten und Krankenhäusern müssen ihre Arbeit tun genauso wie die Sanis.

Also immer schön die Updates machen und sichere Kennwörter verwenden sowie immer sensibilisiert sein bei dem Umgang mit wichtigen Daten. Besonders aber sollte man nicht der alten Zeiten hinterher trauern, denn manche Handschrift war die beste Verschlüsselung, die es gab, Kaffee wirkte auf Papier auch Wunder und Papier ist sehr gut brennbar.

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