Die Zukunft des Sanitätsdienstes

Wenn man sich den Stand der Technik einmal ansieht, sieht man, wieviel sich in den letzten Jahren so getan hat. Vieles wurde für den Komfort von Patient und Sanitäter, aber auch vieles für die Patientensicherheit entwickelt:

Die Fahrtragen haben inzwischen Schultergurte statt wie früher nur 3 Gurte quer über den Patienten, so langsam setzen sich die elektrischen Fahrtragen durch. Auch die Polsterung und die Kopfkissen sind verbessert worden.

Die Intubation durch nicht-Ärzte wurde vereinfacht mit dem so genannten Larynxtubus. Er ist einfach einzusetzen, liegt in der Regel auf Anhieb richtig (bitte dennoch den richtigen Sitz kontrollieren!), und hilft dabei, den Magen nicht aufzublähen wie mit der Maske.

Es hat sich vieles zu Einwegmaterial entwickelt. Ja, es produziert mehr Müll. Aber: Einwegmaterial ist in der Regel günstiger und gerade im Sanitätsdienst, wo man die meisten Dinge zum Glück noch nie gebraucht hat, ist es günstiger geworden. Weitere Vorteile sind: Die Reinigung der Mehrwegartikel fällt weg. Diese ist kompliziert, oft mit giftigen oder hautschädigenden Desinfektionsmitteln verbunden, und ob sie richtig durchgeführt wird, ist eine andere Frage. Auch ist das Gewicht oft geringer, denn für Einwegmaterial wird oft Kunststoff eingesetzt, wo früher Dinge aus Metall in unseren Taschen und Koffern waren. Auch die Fehleranfälligkeit ist geringer geworden: Beim Laryngoskop sitzt bei Einwegmaterial die Birne in der Regel im Griff (der als Mehrwegmaterial vorgehalten wird), ein Lichtwellenleiter leitet das Licht dann an die richtige Stelle um. Man muss nicht ewig an allen Spateln die Birne kontrollieren. Inzwischen gab es auch vereinzelte Modelle von Einweg-Sauerstoffflaschen.

Vieles ist von unseren Fahrzeugen verschwunden: Medikamente, die sowie in der Anwendung einen Arzt benötigen, die teuer sind und selten bis nie gebraucht werden, sind oft nur noch auf den NEF vorrätig.

Inzwischen auf dem Markt, aber noch recht teuer: Automatische Reanimationseinheiten. Das Gerät komprimiert den Brustkorb rythmisch. Hier gilt auch das Prinzip: Der Gerät wird nie müde. So können sich die Helfer auf all die anderen Aufgaben konzentrieren, die währenddessen erledigt werden sollen. Die dabei wichtigste Aufgabe: Thoraxkompression, wird ihnen abgenommen.

Es gibt Apps, die die Drucktiefe und die Frequenz bei der Reanimation messen und Rückmeldung geben. Allerdings muss man dabei das Telefon in der Hand halten, was nicht gerade unkompliziert ist. Einige AED können dies allerdings auch bewerkstelligen.

AED ist ein gutes Stichwort: Man hat festgestellt, dass gerade beim Kammerflimmern die frühe Defibrillation zu besserem Erfolg führen kann. Je früher ein normaler Sinusrythmus wiederhergestellt ist, desto besser sind die Chancen für den Patienten, die Klinik auf eigenen Beinen ohne großen Schaden wieder verlassen zu können. (Das habe ich selbst erlebt. Wir waren zufällig vor Ort mit dem KTW, begannen die Reanimation mit AED, und 2 Tage später habe ich mit dem Patienten auf der Intensivstation gesprochen.) Diese Kästen sind etwas wunderbares.

Bei all der Technik darf man allerdings eines nicht vergessen:  Fachwissen kann nicht durch Technik ersetzt werden! Jeder sollte sich mit seinen Geräten auskennen, mögliche Fehlerquellen kennen und beheben können.

Jetzt kommt die Fragestunde dazu an Euch:  Welche Geräte  wünscht Ihr euch für Eure Sanitätseinheit? Was würde Eure Sanitätsdienste vereinfachen, komfortabler machen oder eure Arbeit erleichtern? Kommentiert diesen Artikel dazu einfach, wir werden uns Gedanken machen und recherchieren, ob und wie man dies umsetzen kann.

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