Die „kalte“ Jahreszeit

Winter steht ja eigentlich für kalte Temperaturen und Schnee. Das ist bei uns im Flachland ja aber nicht immer so. Deswegen überrascht es leider auch immer wieder viele Menschen, die dadurch sich und andere damit gefährden. Zuerst Schnee und Eis sind eigentlich nicht gefährlich, soweit man ein bisschen logisch denkt. Bedenkt man, dass es für alles einen guten Grund geben muss, kann man sich ein anderes Hobby suchen als Sprit auf der Autobahn aus Langweile bei Eisregen zu verfahren.

Der Straßenverkehr ist zeitweise sehr anfällig für Schnee und Eis. Es gibt Räumfahrzeuge, die die Straße frei räumen und auch streuen, damit die Straße länger frei bleibt. Natürlich können diese nicht mit 100 durch die Gegend heizen. Da muss man, wenn es die Straße nicht zulässt, hinterherfahren um nicht 50 m vor dem Räumfahrzeug in den Graben zu rutschen. Klar ist, man sollte immer seine Geschwindigkeit an die Gegebenheiten anpassen., das zählt für jeden Autofahrer. Auch für uns Einsatzkräfte. Es bringt nichts mit 100 über die Landstraße zu fahren, wenn man dann vor dem Zielpunkt beispielsweise einer Unfallstelle nicht mehr bremsen kann und in diese reinrutscht. Natürlich haben wir es eilig und sind von gewissen Regeln entbunden, müssen aber immer noch so fahren, dass wir keinen anderen gefährden. An einer Kreuzung kann uns ein anderer Verkehrsteilnehmer sehen, aber mit seinen Sommerreifen nicht mehr bremsen sodass wir reagieren müssen. Besonders ist auf die Leute zu achten und aufmerksam zu sein, die überfordert sind, wenn Blaulicht auf sie zukommt. Viele versuchen dann eine Vollbremsung auf rutschiger Straße oder lenken so stark ein, dass sie ihr Auto nicht mehr kontrollieren können. Einfacher wäre es dann noch 250 m bis zu einer Bushaltestelle oder einer Einfahrt zu fahren. Also im Winter besonders bei den Gegebenheiten noch mehr Achtung im Straßenverkehr.

Das Gleiche gilt natürlich auch für Fußgänger. Man kann von der Sanstation oder vom Auto aus schnell durch die Menschenmenge auf dem Fußgängerweg zum Patienten gehen, muss aber auch auf die Leute achten, die man zur Seite drängen muss. Oftmals gibt es nur einen begrenzenden Weg, wo man gefahrlos gehen kann und sobald man diesen Bereich verlässt, wird es rutschig. Da ist es dann gerade für ältere Menschen schwierig weiterzugehen ohne auszurutschen.

Mit einer erhöhten Aufmerksamkeit kann man dann die diversen typischen Verletzungen verhindern. Natürlich haben wir es trotzdem mit gebrochenen Gliedmaßen oder bei älteren Oberschenkelhalsknochen zu tun. Nicht so schlimm, aber schmerzhaftere Prellungen und Schürfungen vom Split auf der Straße sind da auch zu nennen. Für uns sind da die Standardaufgaben wichtig. Betreuen und für den Wärmeerhalt sorgen gehören dazu sowie die Versorgung der Verletzung soweit wir diese leisten können. Ganz besonders wichtig ist dann der sichere Transport zum Fahrzeug und dann weiter auch zur Klinik, damit nicht noch mehr passiert.

Der Weg draußen ist aber nicht immer der Grund für einen Patienten sich nicht wohl zu fühlen. Viele Menschen bleiben drinnen und heizen wie verrückt, denn draußen ist es ja kalt und man kann nicht lüften, denn es wird ja sonst wieder kalt. Besonders bei älteren Menschen, die dazu wenig trinken, kann diese Vorsorge zu Hause im Warmen zu bleiben, doch dafür sorgen, dass sie Kreislaufprobleme oder Atembeschwerden bekommen. So müssen sie leider doch aus ihrer Wohnung obwohl sie vorsorglich zu Hause geblieben sind. Andersrum gibt es die Möglichkeit zu wenig zu heizen, da ja alles etwas kostet. Nun sind sie erkältet oder haben schlimmere Entzündungen und Probleme der Atemwege davon.

Letzteres Problem gilt natürlich auch für uns auf unseren Diensten. Wir haben unsere gute und warme Schutzausrüstung an oder wenigstens dabei. Trotzdem sollten wir dafür sorgen, dass unser Fahrzeug, unser Zelt, Container oder Wohnwagen warm ist. So können wir uns in Ruhe um unsere Patienten kümmern und nicht erst beim Eintreffen sich um diesen Punkt gekümmert wird.

Der Winter ist ohne Frage trotz allem schön und der Schnee sowie das Eis können toll aussehen solange man dabei noch an die Gefahren denkt und vorsichtig und aufmerksam ist.

 

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