Die erste Praktikumschicht auf der Rettungswache

Jeder ehrenamtliche Helfer wird irgendwann einmal auf dem RTW mitfahren, die einen für eine Ausbildung wie Rettungshelfer, Rettungssanitäter, die anderen aus Interesse. Man meldet sich beim Wachleiter, macht einen Termin aus, und wenn der Tag gekommen ist, geht man hin, in der Erwartung, viel zu sehen. Doch was sollte man mitbringen?

Zunächst einmal: Es wird ungerne gesehen, wenn die Praktikanten in Dienstkleidung kommen und wieder fahren. Während des Dienstes fährt kommt man mit potentiell erregerhaltigem Material wie Blut und Speichel in Berührung. Am besten wäre es, wenn die Dienstkleidung direkt im Anschluss an die Schicht in die Wäsche gegeben werden kann. Für den Zweck haben die Wachen meistens Praktikantenbekleidung, sodass man die eigene Dienstbekleidung in der eigenen Dienststelle lassen kann. Die Sicherheitsschuhe sollte man selber mitbringen, denn wer möchte die Schuhe von unzähligen anderen Praktikanten tragen? Diese sollten den S3-Sicherheitsstandard erfüllen und vorher und nachher gereinigt und desinfiziert werden, um Keimverschleppung zu verhindern. Auch wenn man kräftig gebaut ist, empfiehlt es sich, vorher einmal nachzufragen, ob es eine Jacke, Hose und ein T-Shirt in der passenden Größe vorrätig ist.

Auch Hausschuhe sollten nicht fehlen, zur Not tun es auch Badelatschen. Die Einsatzstiefel werden am Eingang der Wache abgestellt, um die Wache nicht zu verschmutzen. Wechselwäsche sollte man auch einpacken, sowie einen Kulturbeutel mit dem, was man zur täglichen Pflege benötigt (Handtuch nicht vergessen!).

Zur Verpflegung empfiehlt sich Wasser in mindestens der doppelten Menge (besser der dreifachen), die man sonst an einem normalen Tag trinkt. Das Essen ist auch sorgfältig auszuwählen: In den wenigsten Fällen lässt sich ein Drei-Gänge-Menü kochen. Manchmal muss man auch die Mahlzeit unterbrechen. Daher sollte man sich für das Mittagessen etwas mitnehmen, das man auch kalt mag. Für das Frühstück können oft Brötchen gekauft werden, aber auch nicht immer. Manchmal fährt man auch in ein Klinikum zum Frühstücken. Als Praktikant muss man sich leider auf die Vorlieben der Besatzung einstellen, was schwierig vorauszusehen ist. Ich empfehle: nehmt euch etwas mit, was ihr auch noch einen Tag später essen könnt. Ist es eure erste Schicht, bringt am Besten einen Einstand für die Mannschaft mit.

Kommt etwa eine halbe Stunde vor Schichtbeginn zur Wache. Dort wird euch jemand herein lassen, euch zeigen, wo ihr die Bekleidung findet und euch die Wache zeigen. Ihr zieht euch im Praktikantenraum um, und dort könnt ihr auch eure Tasche lassen. Ihr bekommt einen Melder.

Nach der Übergabe durch die Vorschicht wird zu Beginn jeder Schicht das Fahrzeug gecheckt, damit die neue Besatzung weiß, was fehlt und das dann auffüllen kann. Beim ersten Mal ist noch so vieles neu, man weiß nicht worauf man achten muss. Die Kollegen werden es erklären. Merkt euch, wo die Spuckbeutel und Nierenschalen liegen, ihr werdet sie vielleicht brauchen, und dann muss es auch schnell gehen.

In der Regel könnt ihr euch auf der Wache frei bewegen. Sobald euer Melder piept, hört der Durchsage zu bzw. lest den Text. Jetzt beginnt der Teil, der grundsätzlich falsch dargestellt wird in Film und Fernsehen.

Filmversion: Es piept, alle lassen sofort alles fallen und rennen zum Auto, steigen ein und brausen mit Blaulicht und Martinshorn aus der Garage.

In Wirklichkeit: Es piept, alle warten die Durchsage ab bzw. lesen die Einsatzmeldung. Dann wird noch der letzte Schluck Kaffee getrunken, um dann in einem schnelleren Gehen zum Auto zu laufen. Alle steigen ein, fahren aus der Halle, warten bis das Tor zufährt und erst dann geht es los.

Während der Fahrt solltet ihr euch auf euren Platz hinten setzen und anschnallen. Am Fenster stehen und möglichst viel sehen zu wollen kann zu Verletzungen führen. Ihr könnt euch auf der Anfahrt schon die ersten Gedanken machen. Was würdet ihr mitnehmen, was würdet ihr zuerst untersuchen, fragen?

Mit ein wenig Glück steht euch dem einen oder anderem interessanten Fall nichts mehr im Weg.

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