Der erste Dienstabend – Bist du dir sicher?

Wie ist es dazugekommen, dass ich dahingegangen bin? Ich kenn viele, die im Rettungsdienst arbeiten. Das wollte ich auch schon ewig. Nur ach nee Schule, nein arbeiten, aber dann schaffe ich es nicht zum Handball… Bis dann eine tolle Frau gesagt hat: Die sind cool, jetzt geh da mal hin. Nach meinem schon geplanten Erste Hilfe-Kurs, war ich auch wieder drin im Thema. Mit dem Referenten (Dominik) hatte ich interessante Tage, die mich auch motiviert haben. Also eben schnell ‘ne Mail an den auf der Webseite genannten Verantwortlichen. Antwort: Komm doch mal vorbei.

Also Donnerstag 19 Uhr, fährst du mal los. Muss ich was mitnehmen? Ne ich denke nicht. Den Ort kannte ich schon von zahlreichen Vorbeigängen. Das Gebäude beschreibe ich gerne als einen Ringlokschuppen für LKWs. Mit Betonplatten davor und einem kleinen Hilfsorganisationslogo. Draußen standen schon Autos, mit deren Fahrern, die rauchten. Moin, ja es war abends und ich komme nicht aus Nordfriesland. Ich mag den Spruch aber. Selbige Erklärung nicht zum ersten Mal. Ja und ich bin der, der eine Mail geschrieben hat. Erste Frage: Hast du dir das überlegt, was willst du hier? Tja, was soll ich antworten: Ich interessiere mich dafür und will mal schauen. Manche konnte ich überzeugen. Nicht Alle.

Mir wurde der Lokschuppen ach nee das Ehrenamtsgebäude / die Fahrzeughalle gezeigt. Angefangen bei den Autos. Hey blaue Blinklichter, etwas in die Jahre gekommene Autos, aber cool. Vom Aussehen her: Ein nicht ganz fahrbereiter Bulli, über den mir schon schmackhaft gemachten GWSan des Bundes zu den Einsatzfahrzeugen, die man kennt: Krankenwagen und Rettungswagen. Ja sowas kann man doch gut als Dienstfahrzeug nehmen… Wenn man den richtigen Führerschein hat. Reingucken ging da nicht, denn die Schlüssel sind gut verschlossen.
Es ging weiter durch den Schulungsraum, bei dessen Computer ich fast lachen musste. Ein Blick in das Büro, weil die Tür nicht weiter aufgeht. Da müssen wir wohl mal Ordnung schaffen, war der Kommentar dazu. Durch die sanitären Anlagen in den Umkleideraum. Der Poolbilliardtisch dient als Ablage. Dann ins Lager. Erschreckende Gasmasken wie aus dem zweiten Weltkrieg. Maurerhelme, die auf der Baustelle bestimmt niemals angefasst werden würden. Die Mittel vom Bund könnten definitiv auch etwas mehr werden. Interessante andere Dinge, die schon in die Jahre gekommen sind, aber natürlich auch leuchtende Einsatzjacken, Pullis, Handschuhe und was man noch so brauchen könnte. Ja die Klamotten sehen doch farblich besser aus als manche andere HIORG. An dem letzten Fahrzeug und dem Getränkelager vorbei nach draußen, wo mich die Rauchschwaden begrüßen. Man räumt von dem letzten Sandienst auf. Viele sind es nicht, die mir heute begegnen. Knapp 10 Leute. Ja man freue sich über jeden, der verrückt ist, sich das anzutun. Verrückt ja, ich werde es versuchen.

Ich habe nochmal jedem hoch und heilig versprochen: Ich hab’s mir überlegt und ihr seid cool. Ich könnte und möchte das in meiner Freizeit gerne machen.
Nach 2 Stunden, es ist noch voll hell, aber die Motivation hat nachgelassen. Es sind ja bald Ferien und da macht man nicht so viel.
Nächste Woche ist aber, ob ich kommen würde? Natürlich, denn ich hab’s ja jetzt angefangen, dann möchte ich jetzt auch weiter kommen. Spaß? Ja hatte ich definitiv. Was gelernt? Ebenfalls! Gemeinschaft? Ich kenne nun weitere coole Leute.
Verabschiedung, danach brettern die Autos vom Hof, die Schranke fällt zu. Das war mein erster Dienstabend und ich kann es echt nur jedem empfehlen, der auf der Suche nach einem Ehrenamt, Spaß an Sanitätsaufgaben oder coolen Leuten ist oder einfach nur Langeweile hat. Schaut doch einfach auf einem Dienstabend vorbei.

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