Das Klinikpraktikum im Rahmen der Rettungssanitäter-Ausbildung – Teil 1

Teil 1: 2 Wochen Zentrale-Patienten-Aufnahme/Notaufnahme

 

Die Theorie ist nach dem Rettungssanitäter-Grundlehrgang erfolgreich absolviert. Nun sollte es also in die praktische Umsetzung der erlernten Kenntnisse gehen.

Ich habe mich bewusst für ein kleineres Krankenhaus im Landkreis Osnabrück entschieden und wollte die 160 Stunden auch komplett am Stück absolvieren, um möglichst schnell fertig zu werden. Ein kleineres Krankenhaus bringt den Vorteil mit, dass man individueller betreut werden kann und dass man einen festen Ansprechpartner über die gesamten vier Wochen an seiner Seite hat.

Zuvor also eine kurze schriftliche “Bewerbung” an das Krankenhaus geschickt, einmal kurz persönlich bei dem leitenden Chefarzt vorstellen und schon konnte es in der Zentralen Patientenaufnahme (ZPA) losgehen.

Am ersten Tag sollte ich um 7.30 Uhr erscheinen. Die betreuende Schwester erkannte mich sofort als Praktikant, da ich etwas planlos wie ein Tourist suchend umherlief. Nach einer kurzen Vorstellung ging es dann auch gleich los: Ich hing mich erst einmal an eine der Schwestern und ließ mir vieles zeigen, was ich nach kurzer Zeit dann selbstständig machen konnte. So war es dann meist meine Aufgabe bei neuen Patienten Blutdruck, Puls, Temperatur zu messen und zu dokumentieren. Meistens wurde auch ein 12-Kanal-EKG geschrieben, was ich nach kleinen Anlaufschwierigkeiten selbstständig machen konnte.

Völlig ungewohnt war es für mich, dass sich alle Schwestern auf der Station untereinander durchgängig geduzt haben. Gerade wenn man sonst aus einem Berufsfeld kommt, in dem das Sie zum täglichen Brot gehört, ist der Umgang doch ungewohnt.

So gehörte es aber auch zu meinen Aufgaben zum Labor zu laufen und dort Blut abzugeben. „Mehrmals“ am Tag wäre völlig untertrieben – auf 30 – 40 Gänge pro Tag kam ich bestimmt. Der bequeme Aufzug war natürlich tabu, denn dieser ist „ausschließlich für Patienten gedacht“.  Aber auch Patienten von der Aufnahmestation entweder zum Röntgen/CT oder auf die Station zu bringen gehörte zu meinen Aufgaben.

Einmal in der Woche sollte ich zum Spätdienst erscheinen, der um 12:00 Uhr begann und um 20:30 Uhr endete. Während dieser Zeit gehörte es zusätzlich zu meinen Aufgaben die Behandlungszimmer zu desinfizieren und ggf. Material aufzufüllen. Zu meiner eigenen Überraschung war häufig während der Spätschicht mehr zu tun als in der Frühschicht.

Auch der Rettungsdienst aus Stadt und Landkreis Osnabrück brachte uns viele Patienten. Diese lagerte ich mit um, kontrollierte die Vitalwerte, entkleidete den Patienten und durfte häufig der Untersuchung und Behandlung durch den Arzt beiwohnen. Meist wurden diese Patienten durch die Leitstelle vorangemeldet, sodass man ungefähr wusste, mit welchem Krankheitsbild der Patient gleich gebracht wird.

Im Laufe der Zeit konnte ich immer mehr Aufgaben selbstständig durchführen. Ich durfte den Patienten in ein Untersuchungszimmer holen, Vitalwerte dokumentieren, beim Entkleiden und ins Bett helfen, EKG schreiben, Blutabnahme/Zugang vorbereiten. Danach kam nur noch eine Schwester oder ein Pfleger zum Zugang legen, denn dies durfte ich in der Notaufnahme nicht.

So bekam ich insgesamt die verschiedensten Krankheitsbilder zu sehen – sehr häufig leider auch ältere Patienten mit einem schlechten Allgemeinzustand.

Insgesamt kann ich nur ein sehr positives Fazit über die Zeit in der Notaufnahme ziehen. Der Umgang war sehr herzlich, ich konnte viele Aufgaben selbst übernehmen und ich bin mit vielen netten Patienten ins Gespräch gekommen.

Nächste Woche berichte ich Euch von den nächsten zwei Wochen im OP/Anästhesie-Bereich.

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