Auf jedem Sandienst

Auf jedem Sandienst, den man durchführt, sieht man andere Menschen und wird so gesehen. Das ist ja logisch. Ist man erfahrener, erkennt man auch immer die gleichen Typen von Menschen wieder mit denen man zu tun hat. Natürlich gibt es auch die Typen, die man eigentlich nicht so gerne sieht oder auf die man sich nicht so freut. Heute soll es einmal wieder darum gehen, wer so zu uns kommen kann und was man mit diesen Leuten machen kann oder auch machen sollte.

 

Kinder

Davon gibt es zwei Arten. Einerseits die Kinder, die gerne mal uns bei der Arbeit sehen wollen, bzw. sagen wir mal eher unsere Ausrüstung. Je kleiner sie sind, desto mehr sind die Autos: Sei es KTW, RTW, NEF oder was wir sonst so dabeihaben; von Interesse. Hauptsache interessant in Neonfarben angemalt und ein Blaulicht auf dem Dach. Gut heutzutage kann das auch ein kleines First Responder Auto sein. Trotzdem ist alles spannend für die Kinder. Je größer und älter desto spannender sind unsere Koffer und Rucksäcke. Unter anderem was wir so alles da drin haben und was wir damit machen können. Es empfiehlt sich immer den Kindern das zu zeigen und leicht zu erklären was sie wissen wollen, meistens helfen ja auch die Eltern dabei. Je mehr die Kinder wissen, desto weniger Angst haben sie ja auch im Ernstfall, wenn ihnen geholfen werden muss. Wenn man das im Hinterkopf behält, fällt es einem auch leichter immer wieder die gleichen Fragen zu beantworten oder Eltern zu korrigieren. Einem Schulkind zu erklären, „wenn du krank bist, dann bekommst du hier einen Verband“, ist logisch nicht so wirklich treffend.

Anderseits gibt es die Kinder, die selbst zu uns kommen, weil sie sich verletzt haben oder weil die Eltern meinen, dass sich das Kind verletzt hat oder es irgendetwas anderes definitiv hat. Wichtig ist es hier auch den Kindern zu erklären, was man macht und warum man es macht. Damit wird erstens im Vorfeld die Angst genommen und sie sind abgelenkt. Im Endeffekt können sie sogar noch etwas dazu lernen.

 

Eltern

Meistens gehören sie ja zu den Kindern dazu und sorgen dafür, dass wir den Kindern unsere Autos und die Ausrüstung zeigen oder ihnen erklären, dass wir im Rettungsdienst für Notfälle eigentlich keine Krankenwagen schicken, wir nicht kommen, wenn die Kinder „normal krank“ sind und die Eltern dann einfach zum Hausarzt gehen können.
Wenn die Eltern meinen, dass ihre Kinder etwas haben, sollten wir vorsichtig sein wie wir ihnen (oftmals) sagen müssen, dass ihre Kinder nichts haben oder das, was sie haben: Sei es eine Erkältung oder Husten, nichts für uns ist. Wir haben da akut keine Lösung, keine Vorgehensweise oder Behandlung und die dafür geeigneten Medikamente gibt es woanders, wie in Apotheken oder sogar in normalen Geschäften. Zum Scherzen aufgelegt sind die Personen aus der Erfahrung gesehen eher weniger, deswegen ist es wichtig bedachtsam zu agieren.

 

Kollegen

Eigentlich sind Sandienste immer bei größeren Veranstaltungen angesetzt und so sieht man natürlich auch Kollegen, die lieber privat auf der Veranstaltung sind und gehen können, wenn es langweilig wird. Auf dem Rückweg gehen sie natürlich nochmal bei uns vorbei um auf den Zustand aufmerksam zu machen. Sollte man da mit den Kollegen scherzen oder ähnliches, dies doch dann bitte eher im Auto, im Sanraum ohne Patienten oder nicht öffentlich mitten in der Menge machen. Aus guten Grund, denn wir sind in Einsatzkleidung da und werden von allen gesehen. Somit haben wir die Verpflichtung uns angemessen zu verhalten, damit unsere HiOrg oder unserer Unternehmen wieder für die Veranstaltung gebucht werden kann.

 

Ältere Leute

Wenn sie etwas Akutes haben, sollten wir sofort zur Stelle sein und ihnen helfen. Sie sind nun mal ein Risikopotential und tauchen bei allen Veranstaltungen auf. Anderseits, wenn sie schon mal da sind und kein akutes Problem haben, sind wir auch die Ansprechstation für Dinge, die sie schon seit Wochen und Monaten belasten. Dafür gehen sie nicht zum Arzt, aber wenn man schon mal Leute sieht, die helfen, dann können die sich ja mal die Geschichte anhören. Ja anhören tuen wir uns die Dinge auch, aber im Endeffekt sollte nichts Akutes dabei sein oder wir nicht aktuell helfen können, verweisen wir einfach auf den Hausarzt oder anderes Personal, zu dem sie gehen müssen. Sei es die Verträglichkeit von neuen Medikamenten oder dem schlechten (aber im Rahmen bleibenden) Blutdruck sind nur Beispiele von Problemen. Diese Leute müssen wir immer mal wieder nett darauf hinweisen, was unsere Aufgabe ist und was wir alles leisten können oder auch nur dürfen.

 

 

Zusammengefasst gibt es immer wieder Menschen, die unsere Hilfe benötigen und auch bekommen werden. Auf der anderen Seite müssen wir eher nicht medizinisch agieren und unserem Gegenüber deutlich, aber nett, klar machen was unsere Aufgaben sind. Des Weiteren weswegen wir ihnen jetzt nicht direkt helfen können. Das ist nicht immer einfach und schon gar nicht zu pauschalisieren, sodass man immer von Situation zu Situation schauen muss, wie man diese löst. Das sind die eigentlichen Herausforderungen bei einem Sandienst, bei dem man sonst keine anderen medizinischen Einsätze hat. Wie wir alle wissen, gibt es von diesen Sandiensten ja sehr viele.

 

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