Alltag im Sanitätsdienst

Hauptberuflich Sanitäter zu sein bringt einem natürlich mehr Einsätze und mehr Routine als einem ehrenamtlichen Sanitäter, der auch noch an anderen Fronten zu kämpfen hat. Zumeist geht der Beruf halt vor und die Sandienste lassen sich ja nicht umlegen, sodass man selbst Zeit hätte. Natürlich kann man zu Sandiensten nachkommen oder sie früher verlassen damit man wenigstens seinem Hobby nachgehen kann. Problem bei diesen Aktionen sind dann aber oftmals die Fahrtmöglichkeiten. Der Sinn unserer Ausrüstung ist uns zu schützen, aber auf der anderen Seite auch die Patienten zu schützen. Das bedeutet das unsere Dienstkleidung nur im Dienst zu tragen ist. Deswegen heißt sie ja auch Dienstkleidung. So einfach ist das. Keime, die man im eigenen Haushalt, Auto oder sonstigem hat, könnten manche Patienten schaden, aber wiederum möchten wir auch nicht die Keime etc. der Patienten in unserem privaten Bereich haben. Zusammengefasst sind das aber die Probleme, die auftreten, wenn man im eigen Fahrzeug zu einem Sandienst oder von dort zurückfährt. Sollten mehrere Helfer benötigt werden und nachkommen kann man je nach Größe auch einen Fahrdienst mit HiOrg Auto einrichten.

Zurück zum Thema, dass wir ehrenamtlich helfen. Oftmals schafft man es nicht zu Sandiensten oder zu den Dienstabenden. Wenn Zeit ist, eignen sich die diversen Bücher und Blogs (speziell natürlich unserer) sowie Webseiten zum fortbilden oder ins Gedächtnis holen. Aus meinem Lehrgang bleibt beispielsweise die Frage: Was ist, wenn der Patient Asthma und noch was Anderes hat, im Gedächtnis. Natürlich arbeiten wir dann anhand des ABCDE Schemas. Die einzelnen Buchstaben stehen ja für „Airway Breathing Circulation Disabilty und Exposure“. Dementsprechend ist für uns B mit den Atemproblemen wichtiger als der Beinbruch, den wir unter E einsortieren. Solche Fallbeispiele und Situationen kann man sich gut stellen und dann anhand von Schemas abarbeiten. Zu dem Schema müssen natürlich auch die Werte im Kopf sein. 3-mal pro Minute atmen ist halt nicht ausreichend. Da sollten Erwachsene schon 12 Atemzüge schaffen. Um unseren Patienten gut zu versorgen und das später zu belegen, sollten wir alles Wichtige notieren. Ist man grad auf der Straße eignen sich Notizzettel wie auch der Handschuh um die Vitalwerte zu notieren und später in ein Protokoll zu übertragen. Um die weiteren Bereiche des Protokolls auszufüllen eignet sich das SAMPLE Schema. Also Symptome, Allergien, Medikamente, Patientengeschichte, Letzte/r Mahlzeit und Toilettengang sowie das Ereignis. Um den Unfallhergang zu beschreiben, muss man nicht beim Aufstehen anfangen, aber man sollte so ausführlich wie nötig es beschreiben. Ebenfalls unser Eindruck des Zustands des Patienten ist zu notieren oder anzukreuzen. Die Vitalwerte und Informationen wie auch das gesamte Protokoll benötigt das Fahrzeug, dem wir dem Patienten übergeben oder im Krankenhaus das dortige Personal.

Nun ist es doch soweit und man kommt wieder zu einem Sandienst. Im Vorfeld sollte man sich seine Ausrüstung anschauen und gegeben falls vervollständigen: (Handschuhe) oder die Schuhe vom letzten Festival in den Ursprungszustand bringen. Auch die Jacke könnte ausgemistet oder befüllt werden. Die Winterhandschuhe können liegen bleiben und anstatt dessen sollten wieder Pflaster (Wundschnellverbände) aufgefüllt werden. Pünktlich an der Halle und den Fahrzeigen kann man die Zeit noch nutzen das Fahrzeug wieder kennen zu lernen. Das gilt natürlich auch für die Santasche oder den Sanrucksack. Damit man im Einsatz nicht das AED (Automatischer externer Defi) in der Hand hat obwohl man den Blutzucker messen wollte. Der Check des Fahrzeugs und der Ausrüstung gehört vor einem Einsatz immer dazu. Wenn im Einsatz die Messtreifen für die BZ Messung fehlen, ist das sehr kontraproduktiv. Sollte der Fall eintreten, dass man das EKG braucht, hilft ein checken vorher um dabei ins Gedächtnis zu rufen wie die Funktionen und Abläufe mit dem gerät sind. Auf dem Auto schadet es nicht sich zurecht zu finden. Das BZ Messgerät ist links und nicht in der Tasche mit dem Intubationsbesteck oder den Ersatz Decken.

Der Einsatz beginnt. Je nachdem mit welchem Partner man arbeitet, sollte man sich nochmal absprechen: Wer funkt, wer die Tasche trägt, wer den Patienten anspricht bzw. wer den anderen mit Material versorgt oder wer höher qualifiziert ist und das Sagen hat. Meistens arbeitet man ja mit demselben Partner, was das Absprechen leichter macht. Natürlich kann von Patient zu Patient oder an anderen Zeitmarken die Aufgabenverteilung verändern. Sollten nun noch weitere Personen dem Auto oder dem Trupp zugeordnet werden, sollten die Aufgaben gleichmäßig verteilt sein. Neue Helfer oder Praktikanten können in die Ausrüstung eingewiesen werden oder Grundaufgaben wie messen von BZ, Blutdruck und Puls geübt werden. Wenn die Örtlichkeiten nicht bekannt sind empfiehlt es sich einen Plan mitzunehmen oder mit dem Veranstalter die Gegebenheiten zu klären. Je nach Anordnung der Einsatzleitung wird sich dann postiert oder bewegt. Bei kleineren Veranstaltungen natürlich in Abstimmung mit dem Veranstalter oder der Ansprechperson.

Patienten fallen in der Regel nicht vom Himmel. Ausnahmen bestätigen leider die Regel. Ist man unterwegs, kann man nach Personen, die unsere Hilfe benötigen Ausschau halten. Ein ausartendes suchen nach Patienten hinter Buden oder unter Tischen ist nicht unbedingt von Vorteil und sieht zumeist auch sehr ungeschickt aus. Oftmals bekommen wir oder die Einsatzleitung Meldungen von Patienten. Natürlich können wir auch selbst auf Personen zugehen, die nach unserem Eindruck Hilfe benötigen. Heutzutage muss man aber nicht jedem leicht torkelnden Menschen gleich eine komplette Behandlung aneignen. Budenbesitzer oder Securityleuten, Techniker oder Angestellten kann man schon eher fragen, ob alles ruhig ist oder es Hinweise auf Patienten oder Probleme gibt.

In diesem Beispiel wird uns ein Ort genannt an dem eine Person entweder mitten im Eingang oder nicht adäquat laufend im Bereich sich aufhält. Dies sollte man überprüfen. Das heißt jetzt nicht, dass der ELW sofort die komplette Mannschaft losschickt. Als Trupp oder Fahrzeug reicht es erstmal sich ein Bild zu machen. Über Funk kann man der Einsatzleitung hinweisen. Auf dem ersten Blick ist er bewusstlos oder schläft. Nun wenn die Umgebung unauffällig ist, beispielsweise keine Flaschen oder Scherben oder im allgemeinen Dinge, die dort nicht hingehören, sprechen wir den Patienten an und arbeiten unsere Schemas ab. Diese Person hat Schmerzen und eine Menge Alkohol getrunken. Während sich ein Teil des Teams um den Patienten kümmert, seine Vitalwerte misst und eine Anamnese versucht, wird der Funker Meldung an die Einsatzleitung machen. Ist man selbst auf einem Fahrzeug, kann man den Patienten im Falle dessen selbst transportieren. Ist man zu Fuß unterwegs, fordert man ein Transportmittel an. Dieses Fahrzeug und die Besatzung freuen sich über eine gute Übergabe, bei der sie voll im Bilde sind und alle Daten oder das Protokoll bekommen. Nach Übergabe bzw. dem Transport überprüft man die Ausrüstung und desinfiziert die verwendeten Gegenstände und natürlich seine Hände.

Ist der Sandienst und der komplette Einsatz vorbei, kann das Fahrzeug gesamt aufgeräumt und wieder einsatzbereit gemacht werden. Dazu gehört entweder das Auffüllen von fehlenden Material oder dem ordentlichen notieren, kenntlichmachen und bekanntgeben von Missständen. Damit man trotz Protokoll sich noch später an die Dinge erinnern kann, empfiehlt es sich selbst Stichpunkte über den Einsatz zu machen.

Anschließend heißt es wieder warten auf den nächsten Dienst oder Dienstabend.

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