6 Patienten, die jeder schonmal hatte

Patienten gibt es viele. Genauso vielfältig sind die Verletzungsmuster, Erkrankungen oder Ideen, warum man den Sanitätsdienst mal besuchen könnte. Hier eine nicht ganz ernst gemeinte Übersicht:

 

  1. Der Ich-bin-selbst-Sanitäter

Er glänzt mit Fachbegriffen, fragt nur nach Material. Alles, was man macht, wird kommentiert, hinterfragt, oder meckert auch an allem herum. Zwischendrin wird noch die Ausstattung des Fahrzeuges oder Rucksacks begutachtet und mit dem eigenen Verein verglichen. Meistens ist der eigene Verein eh der bessere.

Typischer Spruch: “Habt ihr mal ein Wundschnellverband?”

 

  1. Der Ich-habe-das-Problem-seit-3-Wochen

Er kommt zu euch, um einfach mal nach der Meinung zu fragen. Vor 3 Wochen ist er umgeknickt, der Knöchel ist immernoch Dick, und als Sanitäter kann man ja mit einem einfachen Blick jede Röntgenuntersuchung ersetzen. Außerdem habt ihr ja immer die Wundersalbe dabei, die man einmal drauf schmiert, und der Fuß wächst einfach nach. Die 10 Minuten kann man ja bestimmt auch bei euch im Auto warten. Wenn man schonmal da ist, kann man bestimmt auch ne Massage bekommen, denn die Rückenschmerzen sind ja auch schon seit 3 Monaten da, und ihr habt ja eine passende Massageliege.

Typischer Spruch: “Wie, Krankenhaus? Echt? Könnt ihr da nicht einfach Salbe drauf machen? Nein? Aber ich brauche keinen Transport dahin. Das mache ich nachher selber. *Schritt* Aua. *Schritt* Aua. *Schritt* Aua. Nein, geht schon!”

 

  1. Der Muss-ich-sterben?

Ihr werdet immer zu ihm gerufen, nie kommt er zu euch, denn bei allem was man so in der Apothekenschau liest, heisst es immer, man muss den Rettungsdienst oder Sanitätsdienst rufen. Häufig ist dieser jemand auch privat versichert. Woher man das weiß? Er wird es sagen. Mindestens 10 mal. Aber wenn man mit dem Fuß umknickt, dass man so einen komisches Gefühl im Rücken bis hoch in den Nacken hat, wie so ein gefühlter elektrischer Schlag. Das kann doch nicht normal sein. Das muss mal im Krankenhaus untersucht werden. Nein, Taxi reicht nicht. Ihm tut zwar nichts mehr weh, aber wer weiß, ob es gefährlich ist. Also lieber einmal den Rettungsdienst (oder Sanitätsdienst) bei Berufsverkehr mit Einsatzmitteln quer durch die Stadt oder durch die überfüllte Veranstaltung schicken, bevor durch es durch die 3 Meter laufen bis zum Taxistand schlimmer wird. Außerdem, Taxi muss man ja zahlen.

Typischer Spruch: “Das kann nicht normal sein. Ich glaub, ich hab durch das Umknicken mit dem Fuß einen Schlaganfall bekommen.”

 

  1. Der Ihr-seid-zu-langsam

Ihr werdet zu einem Patient gerufen. Bis ihr da seid, ist der Patient aber schon weg. Als ihr wieder zu eurer Sanitätsstation kommt, werdet ihr schon wieder zu dem selben Krankheitsbild gerufen. Diesmal am anderen Ende der Veranstaltung. Ihr kommt dort an, und bekommt nur noch mitgeteilt, dass derjenige schon weg ist. Etwa 2 Stunden später kommt ein Patient an die UHS, beschwert sich, dass Ihr nicht innerhalb von einer Minute bei ihm wart. Er habe sich jetzt selbst von Zuhause ein Pflaster geholt, aber er muss das ja jetzt in seinem Verbandkasten im PKW nachfüllen. Also sollt ihr ihm ein Pflaster geben. Jeder Erklärungsversuch prallt ab, denn wenn ihr auf der Veranstaltung seid, müsst ihr ja auch innerhalb von einer Minute überall sein. Und wenn das nicht geht, müssen eben alle 50 Meter ein Notarzt postiert werden.

Typischer Spruch: “Warum kommt ihr erst jetzt? Ich hab meinen Kumpel schon vor 3 Minuten losgeschickt, euch zu holen!”

 

  1. Der Jetzt-übertreibt-ihr-es-aber

Er kommt wegen einer vermeintlichen Lapalie. Da will man seine Arbeit gut machen und die Wunde desinfizieren und reinigen. Dabei wird er immer genervter und man hört nur, wie zum 10. Mal sagt, dass ein Pflaster gereicht hätte und der Aufwand übertrieben sei. Als Dorfkind könne man alles ab. Alternativ holt er auch nur ein Pflaster ab. Gerne auch öfters, bis man mitbekommt, dass das Pflaster zum 10. Mal durchgesuppt ist und die arterielle Schnittwunde beim Sturz mit Glas in der Hand vielleicht doch nicht so einfach zu stoppen ist. Aber ins Krankenhaus? Quatsch. Während ihr euch noch vorstellt, wie er morgen mit Kater und einem Rot gefärbten Bett aufwacht, flüchtet der Patient schlagartig Richtung Bierwagen und wird nie wieder gesehen.

Typischer Spruch: “Habt ihr mal soooooooooo ein Pflaster?” (zeigt ca. eine Unterarmlänge mit den Händen)

 

Kein Patient, aber auch immer da:

  1. Der Ich-besuche-nur-jemanden

Oft kommt jemand nur vorbei, um einen Sanitäter zu besuchen. Egal ob derjenige da ist, die bleiben trotzdem da. In der Zwischenzeit wird euch die gesamte Lebensgeschichte erzählt. Auch die Besichtigungstour durch den frisch geputzten RTW wird kurzerhand gemacht. Leider auch ohne Einladung und grade frisch in den Matsch getreten.

Typischer Spruch: “Ist XY da? Nein? Egal, ich bleib hier bei euch. Ihr habt was zu trinken.”

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